1.
HINTERGRUND
Bei den gemeinsamen Aktionen handelt es sich um eine
in den Beschlüssen zur Einrichtung der Programme
Sokrates (allgemeine Bildung), Leonardo da Vinci (berufliche
Bildung) und Jugend vorgesehene Möglichkeit,
gemeinsame Projekte durchzuführen, um Synergieeffekte
zu erzielen.
Allgemein müssen sich die gemeinsamen Aktionen
mit Themen befassen, die nicht ausschließlich
unter einen der Bereiche allgemeine Bildung, berufliche
Bildung oder Jugend fallen. Sie begünstigen eine
verstärkte Zusammenarbeit zwischen den Akteuren
verschiedener Sektoren und Wissensgebiete.
2.
ZIELE
Im Hinblick auf das allgemeine Ziel, ein Europa des
Wissens zu fördern, sollen im Rahmen der gemeinsamen
Aktionen verstärkt innovative Ansätze zur
Analyse und Lösung von Problemen entwickelt werden,
die mehreren Bereichen gemeinsam sind. Dieses Ziel
soll insbesondere erreicht werden durch:
- die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Bereichen
(allgemeine und berufliche Bildung, Jugend, Kultur)
auf unterschiedlichen Ebenen;
- transnationale Vernetzung verschiedener Arten von
Akteuren;
- die Beseitigung von aufgrund der Struktur der Einzelprogramme
bestehenden Hindernissen zwischen den Interventionsmöglichkeiten.
Die gemeinsamen Aktionen müssen gegenüber
den Einzelmaßnahmen der Programme einen zusätzlichen
Nutzen erbringen. Der zusätzliche Nutzen besteht
hauptsächlich darin, den Zielgruppen der einzelnen
Programme zu ermöglichen, an Aktionen teilzunehmen,
von denen sie im Rahmen der Einzelprogramme ausgeschlossen
wären, und ihre Mittel, ihr Umfeld und ihre Ideen
zu einem gemeinsamen Ziel beizusteuern. Eine gemeinsame
Aktion ist per Definition zumindest teilweise bereichsübergreifend
und verknüpft die Bereiche allgemeine und berufliche
Bildung, Jugendarbeit und Kultur. Die Interessen der
unterschiedlichen Bereiche müssen ausgewogen
berücksichtigt werden.
Die potenziellen Projektträger der „gemeinsamen
Aktionen“ werden aufgefordert, Netze aufzubauen.
Gegebenenfalls kann die Generaldirektion Bildung und
Kultur die Projektträger auffordern, ihre Vorschläge
zusammenzulegen und somit die Möglichkeit der
Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Dimensionen
eines einzigen Themas zu nutzen.
4.
THEMEN DIESER AUFFORDERUNG ZUR EINREICHUNG
VON VORSCHLÄGEN
Drei Themen sind Gegenstand dieser Aufforderung zur
Einreichung von Vorschlägen. Diese Themen entsprechen
den gemeinsamen Zielen der drei Programme Sokrates,
Leonardo da Vinci und Jugend und fördern gleichzeitig
die politischen Initiativen der Europäischen
Union im Bereich des lebenslangen Lernens, die in
folgenden Dokumenten dargelegt werden: i) Mitteilung
der Kommission: „Einen europäischen Raum
des lebenslangen Lernens schaffen“ , ii) Detailliertes
Arbeitsprogramm zur Umsetzung der Ziele der Systeme
der allgemeinen und beruflichen Bildung , iii) Weißbuch
der Kommission „Neuer Schwung für die Jugend
Europas“ und iv) Europäisches Jahr der
Menschen mit Behinderungen 2003.
Die vorgeschlagenen Themen ermöglichen die praktische
Erprobung der neuen innovativen Konzepte (Laboratorien)
und die Zusammenarbeit der Akteure aus den unterschiedlichen
Bereichen (Vernetzung).
4.1
Thema 1: Eingliederung von Menschen mit Behinderungen
Hintergrund
Etwa 38 Millionen Menschen aller Altersgruppen in
der Europäischen Union sind behindert, also etwa
jeder zehnte Bürger. Überall in der Europäischen
Union sind behinderte Menschen mit Hindernissen konfrontiert,
nicht nur bei der Stellensuche und dem Erhalt des
Arbeitsplatzes, sondern auch bei der Suche nach geeigneten
Verkehrsmitteln, dem Zugang zu Gebäuden und Einrichtungen
oder dem Zugang zu beruflichen Ausund Weiterbildungsmöglichkeiten
in Hinblick auf aktive Staatsbürgerschaft, persönliche
Entfaltung und Beschäftigungsfähigkeit.
Darüber hinaus haben sie mit Schwierigkeiten
beim Zugang zu Technologien zu kämpfen, die ihre
bessere Integration unterstützen würden.
Dieses Thema gehört zu den Themen des Europäischen
Jahres der Menschen mit Behinderungen 2003. Als Fortsetzung
der Arbeiten in den Bereichen lebenslanges Lernen
und soziale Integration der Zielgruppen, die 2002
angelaufen sind, wird für das Jahr 2003 vorgeschlagen,
die Akteure in den Bereichen allgemeine und berufliche
Bildung, Jugend und Kultur für die Unterstützung
der Menschen mit Behinderungen zu mobilisieren. Der
Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung und dem Erwerb
von Kompetenzen.
In diesem Zusammenhang wird vorgeschlagen, die Akteure
der Bereiche allgemeine Bildung (Schul-, Hochschul-
und Erwachsenenbildung), berufliche Bildung, Jugend
und Kultur aufzufordern, darüber nachzudenken,
wie Chancengleichheit für Menschen mit Behinderungen
erreicht werden kann. Es geht dabei darum, auf die
Rechte von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu
machen und sie vor jeglicher Form der Diskriminierung
zu schützen.
Ziele
Gefördert werden soll die vollständige Integration
von jugendlichen und erwachsenen Menschen mit Behinderungen
in die Gesellschaft und die Durchführung von
Maßnahmen, die ihnen lebenslang Zugang zu formalen,
nichtformalen und informellen Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten
ermöglichen.
Darüber hinaus geht es um die Verbesserung der
Qualifikationen und Kompetenzen von vor allem jungen
Menschen mit Behinderungen in der beruflichen Erstausbildung
auf allen Ebenen. Dieses Ziel könnte unter anderen
durch arbeitsplatzbezogene berufliche Bildung und
Ausbildung erreicht werden, um zum einen die Grundfertigkeiten,
zum anderen die beruflichen Kompetenzen und die Beschäftigungsfähigkeit
zu verbessern.
Im Hinblick auf diese Ziele werden einige Laborprojekte
durchgeführt. Diese Projekte ermöglichen
den Austausch bewährter Verfahren und die Erprobung
realisierbarer Strategien. Sie bringen alle relevanten
Akteure zusammen (Schulen, Erwachsenenbildungseinrichtungen,
Ausbildungszentren, Lehrkräfte und Ausbilder,
„Lernförderer“ für alle Altersgruppen,
professionelle Berater und Mentoren der Zivilgesellschaft,
kulturelle Akteure, Familienvereinigungen, Regierungen,
NRO, Jugendorganisationen, Sozial- und Jugendarbeiter,
lokale Gemeinschaften, lernende Städte und Regionen,
Unternehmen, Medien usw.). Diese Projekte werden eine
beträchtliche kulturelle und interkulturelle
Dimension haben.
Angesichts der Bedeutung der Integration von benachteiligten
Jugendlichen, zu denen auch die Menschen mit Behinderungen
gehören, in Gesellschaft und Arbeitsmarkt, spielt
die Verbesserung des Zugangs und folglich die Anerkennung
des nichtformalen und informellen Lernens für
diese Zielgruppe eine grundlegende Rolle. Aus diesem
Grund werden Projekte zugunsten von oder mit Jugendlichen
mit Behinderungen vorrangig behandelt. Interessante
Lernprojekte für Erwachsene/mit Erwachsenen werden
jedoch nicht ausgeschlossen.
Die Projekte können unter anderem Mobilitätsmaßnahmen,
die Entwicklung von Lehr- und Ausbildungsqualifikationen,
die Sensibilisierung von im Bereich Bildungs- und
Berufsberatung, Erwachsenenbildung, Sozial- und Jugendarbeit
und Leitung von Jugendorganisationen tätigen
Personen betreffen.
Mögliche
Inhalte der Vorschläge und erwartete Ergebnisse
Dieses Thema sollte Maßnahmen umfassen, die
die Integration von (jungen) Menschen mit Behinderungen
in die berufliche Bildung, die nichtformale Bildung,
die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt fördern.
Die Projekte sollten sich mit einem klar definierten
Kontext der beruflichen Bildung, und/oder der nichtformalen
und informellen Bildung beschäftigen und sich
auf eine oder mehrere der folgenden Aufgaben konzentrieren:
- Erweiterung der Kompetenzen von Menschen mit Behinderungen;
- Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit
von formalen, nichtformalen und informellen Bildungs-
und Ausbildungsmöglichkeiten für Menschen
mit Behinderungen (und/oder deren Betreuer);Erweiterung
der Möglichkeiten und des Zugangs von Menschen
mit Behinderungen zur beruflichen Bildung;
- Bessere Beratung für Menschen mit Behinderungen;
- Fernunterrichtsprojekte;
- Innovative Lern- und Ausbildungsmethoden für
Menschen mit besonderen Bedürfnissen und Entwicklung
innovativer pädagogischer Instrumente;
- Schulung von Lehrkräften und Ausbildern, Sozial-
und Jugendarbeitern, in der Erwachsenenbildung tätigen
Personen, Betreuern und Beratern, Verwaltungspersonal
von Bildungsund Ausbildungseinrichtungen;
- Austausch und Verbreitung von bewährten Verfahren
und wirksamen Strategien, die auf lokaler, nationaler
und europäischer Ebene entwickelt werden, um
Menschen mit Behinderungen in die formale, nichtformale
und informelle Bildung und Ausbildung einzubeziehen;Sensibilisierung
der Menschen für die Verschiedenartigkeit von
Menschen mit Behinderungen und Menschen, die mit zahlreichen
Diskriminierungen konfrontiert sind; Entwicklung wirksamer
Strategien zur Bekämpfung von Diskriminierungen
im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung,
vorzugsweise durch Aktivitäten, die von Menschen
mit Behinderungen geplant und durchgeführt werden;
- Verbesserung der Mobilität von Menschen mit
Behinderungen;
- Sensibilisierung für das Potenzial und den
gesellschaftlichen Beitrag von jungen Menschen mit
Behinderungen;
- Einbeziehung junger Menschen mit Behinderungen (oder
von Eltern behinderter Kinder) als Projektkoordinatoren
oder Partner in die allgemeine und berufliche Bildung,
um die Diskriminierung am Arbeitsplatz und in der
Zivilgesellschaft zu bekämpfen;
- Sport als Mittel zur Integration vor allem junger
Menschen mit Behinderungen in der formalen, nichtformalen
und informellen Bildung.
4.2
Thema 2: Aktivitäten zur Förderung einer
aktiven
Staatsbürgerschaft, um Schulen attraktiver zu
machen
und vorzeitigen Schulabbruch zu verhüten
Hintergrund
Schulen und Berufsbildungseinrichtung stellen im Allgemeinen
den ersten Schritt für Jugendliche auf ihrem
Weg zu aktiven Bürgern in der Gesellschaft und
auf dem Arbeitsmarkt dar. Jugendliche beklagen sich
jedoch häufig, dass sie insbesondere durch die
verwendeten Lehr- und Lernmethoden entmutigt werden.
Dies gilt insbesondere für benachteiligte und
anfälligere Jugendliche, deren Familien und soziale
Gegebenheiten nicht dazu beitragen, die allgemeinen
und beruflichen Bildungsangebote der Schulen optimal
zu nutzen.
Schwierige persönliche Umstände führen
dazu, dass viele Jugendliche in allgemeinen und beruflichen
Bildungseinrichtungen Gefahr laufen, außerhalb
der Systeme zu geraten. Der Ausschluss von den Bildungssystemen
ist für sie ein ernsthaftes Hindernis für
ihre künftige aktive Staatsbürgerschaft,
da ihre Zukunft in Bezug auf den Zugang zum Arbeitsmarkt
und die Mitwirkung an der Gesellschaft ungewiss ist.
Maßnahmen innerhalb des Programms Jugend wie
„Jugend für Europa“, Jugendaustausch,
Jugendinitiativen und der Europäische Freiwilligendienst
stellen Instrumente zur Förderung einer aktiven
Staatsbürgerschaft dar. Sie bieten attraktive
nicht formale Bildungsmöglichkeiten für
Jugendliche, indem sie sie in Aktivitäten einbeziehen,
die zur Entwicklung ihres Solidaritätsgefühls
beitragen und sie ermutigen, aktiv und umfassend an
der Gesellschaft mitzuwirken.
Aktives Staatsbürgerverhalten ist eines der Hauptthemen
des Weißbuchs der Kommission „Neuer Schwung
für die Jugend Europas“. Nach Aussage der
Weißbuchs können sich aktive Staatsbürgerschaft
und Mitwirkung junger Menschen vor allem auf lokaler
Ebene entwickeln.
Die Förderung der aktiven Staatsbürgerschaft
ist auch Teil des allgemeinen und beruflichen Bildungsprozesses,
wie er im Bericht über die „konkreten künftigen
Ziele der Systeme der allgemeinen und beruflichen
Bildung“ und in der Mitteilung der Kommission
„Einen europäischen Raum des lebenslangen
Lernens schaffen“ beschrieben wurde.
Im Weißbuch „Neuer Schwung für die
Jugend Europas“ heißt
es: „Die Verbindung von Bildung, Arbeit und
Freizeitaktivitäten zur
Erzielung informeller, nicht formaler und formaler
Bildungserfahrungen
könnte die Qualität und Effektivität
der allgemeinen und beruflichen
Bildung erhöhen und ihre Attraktivität für
die jungen Menschen
erhöhen.“
Diese Initiative entspricht diesem Gedankengang und
soll als eine Art Brücke dienen, um die Jugendlichen
anzuregen und in eine neue Richtung zu lenken, indem
ihnen die Möglichkeit geboten wird, innerhalb
des Bildungssystems zu verbleiben, das für sie
attraktiver gemacht wird.
Zielgruppe
Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren (wobei die Priorität
auf den jüngeren Altersgruppen liegt) aus benachteiligten
Umfeldern, die noch in der Schule oder in der Ausbildung
sind, jedoch aufgrund ihrer persönlichen, familiären,
kulturellen, sozialen oder wirtschaftlichen Situation
Gefahr laufen könnten, aus diesen Systemen herauszufallen.
Ziele
Die Projekte sind auf die Suche nach neuen Lernkonzepte
durch die Verbindung von Bildung, Arbeit und Freizeitaktivitäten
mit informellen, nicht formalen und formalen Bildungserfahrungen
ausgerichtet.
Ihr Ziel ist die Verbesserung der Qualität und
Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung
durch die Entwicklung einer neuen und attraktiveren
Vorstellung von Schule und Bildung. Lernaktivitäten
sollten auf einem lernerzentrierten Konzept, auf einer
Vielfalt von „gemischten“ Lernkonzepten
und auf ganzheitlichen Lehr- und Lernkonzepten aufbauen,
die die aktive Staatsbürgerschaft und die Mitwirkung
der Schüler fördern. Ziel der Projekte ist
die Entwicklung innovativer Strategien und Erfahrungen
zur Verbindung von formaler, nicht formaler und informeller
Bildung und Ausbildung mit Freizeitaktivitäten,
um neue Methoden bereitzustellen, die Schulen als
zunehmend flexible und auf die individuellen Bedürfnisse
und Wünsche der Jugendlichen zugeschnittene Umgebungen
auffassen.
Die Projekte bieten: i) Möglichkeiten, Schulen
zu Orten für Jugendliche zu machen, an denen
sie Selbstvertrauen, Selbstachtung und Motivation
im Hinblick auf ihre eigene Ausbildung erwerben; ii)
innovative Erfahrungen, die Jugendlichen ermöglichen,
sich mit ihren Schulen zu identifizieren und Fähigkeiten
und Kompetenzen zu erwerben, die ihre Einstellung
zur Gesellschaft, ihr Verantwortungsbewusstsein und
ihre Chancen verbessern.
Oberstes Ziel ist es, den Jugendlichen ein Zugehörigkeitsgefühl
in Bezug auf Schule, Bildung und die Gemeinschaft
zu vermitteln und sie so umfassend und aktiv zu beteiligen.
Inhalt der Vorschläge und erwartete Ergebnisse
Die Projekte sollen Strategien und Erfahrungen entwickeln,
die die Effizienz des Bildungssystems verbessern,
Schulen für Jugendliche attraktiver machen und
das Interesse der Jugendlichen am Lernen und an einer
aktiven Staatsbürgerschaft wecken. Hierfür
greifen die Projekte auf die nicht formale Bildung
und die Instrumente des Programms JUGEND zurück
(insbesondere Austauschmaßnahmen, Initiativprojekte,
Freiwilligenaktivitäten usw.), erschließen
geeignete Ressourcen, wenden angemessene Lehrmethoden
an, verbinden nicht formale und formale Bildung und
Ausbildung mit Freizeitaktivitäten und mobilisieren
alle Akteure eines Stadt- oder Stadtrandgebietes.
Diese Strategien sollten Folgendes bieten:
- flexible Bildungs- und Ausbildungsmodelle;
- nicht formale Lernangebote, insbesondere in speziellen
soziokulturellen Umgebungen;
- Zeit für Freizeitaktivitäten.
Die Projekte sollten folgende Merkmale aufweisen:
- stabile Beziehungen zwischen allen lokalen Akteuren
(Vereinigungen, Nichtregierungsorganisationen, Gemeindeverwaltungen,
Schulen, Eltern, kulturelle Einrichtungen usw.);
- neue innovative Bildungskonzepte, die auf die Bedürfnisse
bestimmter Zielgruppen ausgerichtet sind und die Motivation
stärken;
- ein engagiertes, qualifiziertes und fächerübergreifendes
Team;
- eine Reihe von Aktivitäten, die auf freiwilligem
Engagement, lokalen Initiativen, Austauschmaßnahmen
für Jugendliche und nicht formaler Bildung basieren;
Sport und Freizeitaktivitäten könnten ebenfalls
als Instrumente für eine bessere Integration
in Betracht gezogen werden;Digitale Technologien könnten
eine wichtige Rolle als Instrumente zur Verbesserung
der Mitwirkung und des Interesses spielen.
Nicht formale Aktivitäten müssen an die
Schulen geknüpft sein, die die Jugendlichen besuchen,
können jedoch außerhalb der Schulen stattfinden.
Diese Aktivitäten können umfassen:
i) Vorbereitung vor Projektbeginn; ii) individuelle
Unterstützung der Teilnehmer während der
Projektdurchführung; iii) Follow-up unter Einbeziehung
der Jugendlichen und iv) Evaluierung der Ergebnisse.
Alle Aktivitäten sollten zur Entwicklung einer
aktiven Staatsbürgerschaft beitragen.
Die Validierung und Anerkennung aller Lernerfahrungen
sollte obligatorisch sein.
Die Projekte sollten auf lokaler Ebene durchgeführt
werden. Im Rahmen dieses Themas sollten Maßnahmen
durchgeführt werden, um Erfahrungen mit anderen
lokalen Einrichtungen in Europa zu teilen.
Die lokale Partnerschaft sollte Einrichtungen umfassen,
die in verschiedenen Kontexten tätig sind (allgemeine
und berufliche Bildung, Zivilgesellschaft, Kultur
usw.), sowie eine Vielzahl von Akteuren (Schulen,
lokale Behörden, Vereinigungen, Eltern, kulturelle
Einrichtungen, NRO usw.). Neue und innovative Partnerschaften
sollten aufgebaut werden. Ein Pluspunkt wäre
die Einbeziehung von jungen Menschen, die normalerweise
nicht in organisierten Strukturen vertreten sind.
4.3
Thema 3: Lebenslange Beratung
Hintergrund
Die Verbesserung der Effizienz der Bildungs-, Ausbildungs-
und Beschäftigungssysteme ist ein Kernpunkt der
Strategien für die Erreichung der vom Europäischen
Rat festgelegten sozialen und wirtschaftlichen Ziele
für Europa (Lissabon, 2000). Eine hochwertige
Berufsberatung spielt für die Arbeitskräfteentwicklung
eine entscheidende Rolle (Förderung des Schulabschlusses,
Abstimmung von Qualifikationen und Möglichkeiten,
Verringerung von Verschwendung in den Bereichen Bildung,
Ausbildung und Beschäftigung), indem sie den
Bürgern hilft zu erkennen und zu verstehen, welche
Möglichkeiten und Hilfsangebote ihnen zur Verfügung
stehen. Die Berufsberatung trägt auch dazu bei,
die soziale Integration zu fördern, indem wichtige
Bildungs- und Arbeitsmarktinformationen Bürgern
zur Verfügung gestellt werden, die mit derartigen
Informationen wahrscheinlich weniger vertraut und
nicht selbstbewusst genug sind, um Zugang zu komplexen
Bildungssystemen zu erhalten.
Ziele
Berufsberatung ist eine bereichsübergreifende
Dimension der
Bildungs-, Ausbildungs- und Beschäftigungssysteme.
Diese bereichsübergreifende Dimension muss in
einem Rahmen des lebenslangen Lernens entwickelt werden,
der die Bereiche Bildung, Ausbildung und Jugend umfasst.
Information, Beratung und Orientierung wurden in der
Mitteilung der Kommission über das lebenslange
Lernen (2001) und in der Erklärung von Kopenhagen
(2002) als prioritäre Aufgabe bezeichnet. In
der Mitteilung wurde auf die Notwendigkeit verwiesen,
Dienste auf lokaler und nationaler Ebene zu vernetzen.
In der Erklärung wurde dazu aufgerufen, die Beratungsmaßnahmen,
-systeme und -verfahren auf nationaler Ebene zu stärken.
In den vergangenen zwei Jahren haben OECD, Cedefop,
die Europäische Stiftung für Berufsbildung
und die Weltbank umfassende internationale Studien
über die Berufsberatungspolitik in der EU, den
künftigen Mitgliedstaaten und dem EWR durchgeführt.
Für die meisten europäischen Länder
wurden zwei übereinstimmende Erkenntnisse gewonnen:
- Die politischen Ziele der Beratung müssen besser
definiert, artikuliert und vermittelt werden;
- In den meisten Ländern sind keine Foren auf
nationaler, regionaler und lokaler Ebene vorhanden,
in denen staatliche und nichtstaatliche Akteure miteinander
kommunizieren und politische Fragen erörtern
können.
Der gemeinsame Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen
2001 und 2002 unterstützte die Entwicklung von
Modellen für lokale Beratungsnetze, um die existierenden
Grenzen zwischen lokalen und regionalen Diensten zu
überwinden. Die Auswirkungen dieser Entwicklungen
und ihre Übernahme sind jedoch zwangsläufig
sehr begrenzt, es sei denn, es kommt zu einer intensiven
Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen den Akteuren
auf nationaler Ebene.
Jüngere Forschungsarbeiten von OECD, Cedefop,
Europäischer Stiftung für Berufsbildung
und Weltbank haben größere Defizite beim
politischen Engagement und der Mitwirkung der Akteure
auf nationaler Ebene aufgezeigt, die beseitigt werden
müssen, um die Zusammenarbeit zwischen den Beratungssystemen
und -diensten auf nationaler, regionaler und lokaler
Ebene im Rahmen des lebenslangen Lernens zu stimulieren,
zu unterstützen und zu optimieren.
Inhalt
der Vorschläge, erwartete Ergebnisse und potenzielle
Projektträger
Vorschläge zu diesem Thema sollten Ländern,
die einen derartigen Ansatz verfolgen wollen, die
Möglichkeit bieten, ihre Erfahrungen mit den
Erfahrungen anderer lokaler Stellen in anderen europäischen
Ländern auszutauschen.
Die lokale Partnerschaft sollte verschiedene Kontexte
(allgemeine und berufliche Bildung, Zivilgesellschaft,
Kultur usw.) und Akteure (Schulen, lokale Behörden,
Vereinigungen, Eltern, kulturelle Einrichtungen, NRO
usw.) umfassen. Neue und innovative Partnerschaften
sollten aufgebaut werden. Ein Pluspunkt wäre
die Einbeziehung von jungen Menschen, die normalerweise
nicht in organisierten Strukturen vertreten sind.
Europäische Netze nationaler Interessengruppen
mit Zuständigkeit für Berufsberatungspolitik
würden die Entwicklung von lokalen und regionalen
Modellen der Jahre 2001 und 2002 ergänzen.
Die nationalen Netze sollten im Idealfall Vertreter
der zuständigen Ministerien (z. B. Bildung und
Arbeit), der Sozialpartner, der Beratungsdienste,
der Eltern, der Gemeinschafts- und Jugendinteressen,
der Verbraucherverbände, professioneller Beratungsverbände
und Verbände verwandter Berufszweige wie Sozialarbeiter
sowie sonstige relevante Organisationen umfassen.
Beispiele für die Arbeit der nationalen Foren,
die von der Teilnahme an europäischen Netzen
profitieren könnten, sind die Entwicklung und
Koordinierung politischer Konzepte, die Qualität
der Dienste, Förderung/Stimulierung der Nachfrage
nach hochwertigen Diensten, Forschung und die europäische
Dimension der Beratung.
Jeder der nationalen Akteure kann als Projektträger
fungieren; die Vorschläge müssen jedoch
von den zuständigen Ministerien unterstützt
werden.
Das Ziel dieser europäischen Netze bestünde
darin, im Bereich der Berufsberatung sich gegenseitig
zu unterstützen Kenntnisse auszutauschen, die
nationale Fähigkeit zum Aufbau von Berufsberatungskonzepten
und -maßnahmen zu verbessern und die europäische
Dimension der Beratungsdienste weiterzuentwickeln.
Es ist geplant, eine begrenzte Anzahl (5—6)
derartiger transnationaler Projekte mit einem Höchstbetrag
von 200 000 EUR je Projektnetz für eine Dauer
von zwei Jahren zu unterstützen.
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