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Referenz
S02
zuletzt bearbeitet am
03.03.2004
Programm Titel
AKTIONSPROGRAMM DER GEMEINSCHAFT IM BEREICH DER ÖFFENTLICHEN GESUNDHEIT (2003—2008)
Amtsblatt/Haushaltslinie
(2004/C 52/06)
Generaldirektion
Öffentliche Gesundheit 
Ziele
Hintergrund und Zweck dieser Aufforderung
Am 23. September 2002 haben das Europäische Parlament und der Rat einen Beschluss über ein Aktionsprogramm der Gemeinschaft im Bereich der öffentlichen Gesundheit (2003—2008) angenommen. Dieses Programm trat am 1. Januar 2003 in Kraft. Es ersetzt die früheren acht Aktionsprogramme in den Bereichen Gesundheitsförderung, - information, -erziehung und -ausbildung, Krebsbekämpfung, Prävention von Aids und anderen übertragbaren Krankheiten, Suchtprävention, Gesundheitsberichterstattung, Verhütung von Verletzungen, seltene Krankheiten und durch Umweltverschmutzung bedingte Krankheiten. All diese Aktionsprogramme endeten am 31. Dezember 2002.
Zu den allgemeinen Zielen des Programms zählen:

a) Verbesserung des Informations- und Wissensstandes im Interesse der Weiterentwicklung des öffentlichen Gesundheitswesens,
b) Verbesserung der Fähigkeit zur schnellen und koordinierten Reaktion auf Gesundheitsgefahren,
c) Gesundheitsförderung und Verhütung von Krankheiten durch die Berücksichtigung der gesundheitsrelevanten Faktoren in allen Politiken und Tätigkeiten.
Das Programm soll auf diese Weise dazu beitragen, dass
d) durch die Förderung einer integrierten und sektorübergreifenden Gesundheitsstrategie bei der Festlegung und
Durchführung sämtlicher Gemeinschaftspolitiken und maßnahmen ein hohes Gesundheitsschutzniveau sichergestellt wird,
e) Ungleichheiten im Gesundheitsbereich abgebaut werden und
f) die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten in den unter Artikel 152 des Vertrags fallenden Bereichen gefördert wird.
Der Arbeitsplan für 2004, der dem auf Anfrage erhältlichen Informationspaket beigefügt wird (siehe Ziffer 6), legt die Einzelheiten der Aktionsschwerpunkte bei der Durchführung des Programms fest. Das Informationspaket enthält ein Papier mit dem Titel „Modalitäten, Kriterien und Verfahren für Auswahl und Finanzierung der Maßnahmen des Programms im Bereich der öffentlichen Gesundheit“.
Zielgruppe
Die ausgewählten Vorhaben erhalten eine Finanzhilfe der Gemeinschaft nach dem Kostenteilungsprinzip. Die Antragsteller werden darauf aufmerksam gemacht, dass die Kommission vorrangig Maßnahmen finanziert, die unter den oben genannten Arbeitsplan und die darin angegebenen Prioritäten fallen und gleichzeitig die allgemeinen Ziele des Programms im Bereich der öffentlichen Gesundheit berücksichtigen. Die Antragsteller sollten auch darauf achten, dass sich ihre Projekte nicht mit Arbeiten überschneiden, die bereits im Rahmen der früheren acht Aktionsprogramme, des Arbeitsplans für 2003 oder anderer Gemeinschaftsprogramme geleistet wurden. Nach Möglichkeit sollten die Projekte auf Arbeiten aufbauen, die auf Gemeinschaftsebene bereits durchgeführt wurden.
Fördergebiet
Mit der vorliegenden Aufforderung ruft die Kommission im Bereich der öffentlichen Gesundheit tätige Einrichtungen auf, Vorschläge einzureichen, um die im Programmbeschluss festgelegten Aktionsschwerpunkte durchzuführen. Neben den 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union und den 10 Beitrittsländern wendet sich diese Aufforderung im Rahmen des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum auch an die EFTA/EWR-Länder (Island, Liechtenstein und Norwegen).
Einrichtungen aus diesen Ländern können Projekte als Hauptvertragspartner oder als Partner eines beliebigen Projekts einreichen.
Außerdem richtet sich die Aufforderung auch an die Kandidatenländer, die sich am Aktionsprogramm im Bereich der öffentlichen Gesundheit 2004 beteiligen. Dies sind Bulgarien, Rumänien und die Türkei.
Die finanzielle Förderung der eingereichten Vorschläge und die Beteiligung der oben aufgeführten Länder hängt von der Einhaltung der formalen juristischen Verfahren ab. Interessenten werden gebeten, bei der Kommission einen Antrag nach dem Verfahren zu stellen, das dem Papier „Modalitäten, Kriterien und Verfahren für Auswahl und Finanzierung der Maßnahmen des Programms im Bereich der öffentlichen Gesundheit“ zu entnehmen ist.
Finanzierung
Kriterien für Auswahl und Finanzierung von Maßnahmen des Programms (Finanzhilfen für Projekte)
Förderfähigkeit von Antragstellern und Bewertungskriterien (Ausschluss, Auswahl, Gewährung). Die Antragsteller müssen die Kriterien des Papiers „Modalitäten, Kriterien und Verfahren für Auswahl und Finanzierung der Maßnahmen des Programms im Bereich der öffentlichen Gesundheit“ erfüllen. Die Kommission behält sich das Recht vor, Vorschläge abzulehnen, welche diesen Kriterien und Verfahren nicht entsprechen.
 Die vom Rat am 25. Juni 2002 verabschiedete Haushaltsordnung enthält die Regeln, mit denen die Einhaltung der vorgeschriebenen Verfahren zur effizienten Verwaltung der Gemeinschaftsmittel gewährleistet werden soll. Diese Haushaltsordnung und die dazugehörigen Durchführungsbestimmungen stellen die Bezugsdokumente für sämtliche Finanzierungsmaßnahmen dar, die für die Durchführung des Programms im Bereich der öffentlichen Gesundheit erforderlich sind; ihre Bestimmungen sind in allen Mitgliedstaaten verbindlich. Nachstehend zur Information ein Auszug der wichtigsten auf diese Projekte anwendbaren finanziellen Bestimmungen:
- Nach entsprechender Beratung und der Auswahl der Projekte legt die Kommission die Beträge der zu gewährenden Finanzhilfen auf der Grundlage der verfügbaren Haushaltsmittel fest.
- Die Finanzierung der Projekte beruht auf dem Grundsatz der Kostenteilung. Liegt der von der Kommission gewährte Beitrag unter der vom Bewerber beantragten Finanzhilfe, muss Letzterer die zusätzlichen Mittel aufbringen oder die Gesamtkosten des Projekts senken, ohne jedoch die Ziele und den Inhalt des Vorhabens einzuschränken.
- Die finanzielle Beteiligung im Rahmen dieses Aufrufs kann grundsätzlich bis zu 60 % der förderfähigen Kosten für das betreffende Projekt betragen. Normalerweise beläuft sich der Betrag auf weniger als 60 %. Die Kommission wird in jedem Einzelfall entscheiden, welcher Höchstprozentsatz gewährt wird.
Ausnahmsweise kann jedoch ein maximaler Kofinanzierungsbetrag von 80 % der zuschussfähigen Kosten vorgesehen werden, und zwar in Fällen, in denen das Projekt einen signifikanten europäischen Mehrwert aufweist, die Beitrittsländer und Kandidatenländer erheblich beteiligt sowie die im Arbeitsplan aufgeführten Querschnittsthemen betrifft.
- Die Laufzeit aller kozufinanzierenden Projekte beträgt normalerweise maximal drei Jahre.
Finanzieller Rahmen
Die Mittelausstattung des Programms beträgt 312 Mio. EUR für den Zeitraum 2003—2008.
Der Richtwert für den Gesamtbetrag für den Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen ist auf etwa 48 348 554 EUR (EU 25) bzw. 43 147 800 EUR (EU 15).
Die Mittel werden ausgewogen auf die verschiedenen Programmziele verteilt.
Projektdauer
2008
Deadline
26.04.2004
Kontakt

Die Vorschläge müssen die nachstehenden Anforderungen erfüllen, andernfalls werden sie nicht berücksichtigt.
- Zur Einreichung der Vorschläge sind die Vordrucke zu verwenden, die unter der nachstehenden Anschrift erhältlich sind:
Referat C1 — Verwaltung des Programms
Direktion C — Öffentliche Gesundheit und
Risikobewertung
Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz
Europäische Kommission
Büro JMO — C5/108
Jean-Monnet-Gebäude
Rue Alcide de Gasperi
L-2920 Luxemburg.
Fax (3-52)43 01 381 19
http://europa.eu.int/comm/health/index_de.html


 

AP Öffentliche Gesundheit: ARBEITSPLAN 2003

Querschnittsthemen: Gesundheitsverträglichkeitsprüfung, Gesundheit in den Beitrittsländern, Abbau von Ungleichheiten im Gesundheitsbereich, Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten bei den Auswirkungen der Patientenmobilität auf das Gesundheitswesen, Förderung vorbildlicher Verfahren und der Effektivität, Altern;
Gesundheitsinformation: Entwicklung und Koordinierung des Gesundheitsinformationssystems, Betrieb des Gesundheitsüberwachungssystems ,Mechanismen für Berichterstattung über und Analysen von Gesundheitsfragen und Erstellung von Gesundheitsberichten, Verbesserung von Datenzugriff und -übertragung auf EU-Ebene (EU-Gesundheitsportal und andere Veröffentlichungsplattformen),e-Health; Gesundheitsgefahren: Überwachung, Frühwarnung und Reaktion, Gesundheitssicherheit und Katastrophenschutz, Sicherheit von Blut, Geweben und Organen, Antibiotikaresistenz ,Förderung der Laborvernetzung, Kompetenzaufbau, seltene Krankheiten; Gesundheitsfaktoren: Adipositas, Tabak, Umwelt, Alkohol, Drogen, seelische Gesundheit, Sexualgesundheit, Aus-und Weiterbildung, Gesundheitsförderung in bestimmten Umfeldern, Verletzungen
Für 2003 gelten folgende Schwerpunkte:
1.Projekte,die Methoden prospektiver Gesundheitsverträglichkeitsprüfungen auf Gemeinschaftsebene verfeinern sollen, welche die Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit aufzeigen. Dabei müsste man sich auf bestimmte Probleme konzentrieren, wie Ungleichheiten im Gesundheitswesen, seelische Gesundheit und regionale Fragen;
2.Einleitung spezifischer Fallstudien über gemeinschaftspolitische Strategien, Rechtsvorschriften und Maßnahmen;
3.Kartierung des Einsatzes von Gesundheitsverträglichkeitsprüfungen in den Mitgliedstaaten
4.Bewertung der Art und Weise, wie die Gesundheit in andere Folgenabschätzungsmethoden einbezogen wurde (beispielsweise Umweltverträglichkeitsprüfungen)und insbesondere "integrierte " Prüfungsinstrumente.

Diese Arbeit wird in Verbindung mit anderen Tätigkeiten durchgeführt,die nachstehend in den Abschnitten über Gesundheitsinformation und Gesundheitsfaktoren beschrieben werden.
- Gesundheit in den Beitrittsländern
In der Anfangsphase des Programms werden folgende Aktionen durchgeführt:
1.Entwicklung von Indikatoren für gesundheitliche Ungleichheiten und Aufnahme der Berichterstattung über gesundheitliche Ungleichheiten in das Gesundheitsinformationssystem auf der Grundlage vorbildlicher Verfahren.
2.Erhebung von Daten und Ermittlung von Erfahrungen in ganz Europa hinsichtlich der Vorgehensweisen und Interventionen bei der Behandlung der weiter gefassten Gesundheitsfaktoren und gesundheitlichen Ungleichheiten.
3.Ausarbeitung und Vorlage von Vorschlägen für die Vernetzung von Behörden oder Gruppen, durch die der wirksame Austausch zwischen einzelnen Ländern über die Behandlung von gesundheitlichen Ungleichheiten sichergestellt werden soll.

- Alterung und Gesundheit
Im Rahmen dieser Aktion werden Arbeiten zu wichtigen Gesundheitsfragen im Zusammenhang mit der Alterung der europäischen Bevölkerung durchgeführt. Im ersten Arbeitsbereich werden die vorhandenen Vorgehensweisen bei der Förderung der Gesundheit älterer Menschen analysiert, damit dann Strategien und Maßnahmen zur Verbesserung ihres Gesundheitszustandes ausgearbeitet werden können.
Eine zweite Aktion wird darin bestehen, die Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die Gesundheitssysteme und die Langzeitpflege zu untersuchen. Diese Arbeiten sind verknüpft mit der Initiative des Europäischen Rates zur Zukunft des Gesundheitswesens und der Altenpflege. Zu den Schwerpunkten zählt die Qualität des Gesundheitswesens sowie die Langzeitpflege für die alternde Bevölkerung.

- Gesundheitsinformation
Mit Maßnahmen zur Förderung des Informations – und Wissensstands im Bereich der Gesundheit wird weiter am Aufbau eines zukunftsfähigen Informationssystems auf EU-Ebene gearbeitet. Dies umfasst Definition, Erhebung und Austausch von Daten, den Aufbau auf vorhandenen oder zu erhebenden Daten und die Berücksichtigung der Lage sowohl in den Mitgliedstaaten als auch in den Beitrittsländern. Die Ergebnisse, welche dieses System liefert, einschließlich der auf bestimmte Bevölkerungsgruppen oder spezielle Gesundheitsprobleme abzielenden Berichte und Analysen, werden verstärkt dazu führen, dass Maßnahmen auf Gemeinschaftsebene getroffen werden.

- Entwicklung und Koordinierung des Gesundheitsinformationssystems
Diese Aktion zielt auf die Strategieentwicklung zur Verbesserung des Wissens- und Informationsstands im Gesundheitsbereich und auf die Schaffung der nötigen Koordinierungs- und Beratungsstrukturen ab, wobei Fragen im Zusammenhang mit der Erweiterung behandelt und ein Beitrag zum allgemeinen Planungsprozess im Rahmen der Einführung des Gesundheitsinformations- und Wissenssystems geleistet werden soll.

- Entwicklung von Mechanismen für Berichterstattung über und Analysen von Gesundheitsfragen sowie für die Erstellung von Gesundheitsberichten
Die Aktion besteht darin, größere Projekte der Gesundheitsberichterstattung unter der Leitung von Netzen für Gesundheitsinformation und -erkenntnisse der Aktion 2.2.1 einzuleiten.
Die Berichte werden Themen der öffentlichen Gesundheit behandeln, die für weitere Strategieentwicklungen wichtig sind.
Dabei werden die folgenden Themen Vorrang erhalten:
1.Gesundheitsfaktoren und Gesundheitszustand in der EU,
2.Analyse künftiger Gesundheitsszenarien in der EU und strategische Optionen (mögliche gemeinsame Maßnahmen mit der Gemeinsamen Forschungsstelle),
3.wirtschaftliche und soziale Belastungen durch Alkohol, einschließlich Fragen zur Werbung für Alkohol und zum Schutz von Kindern und Jugendlichen,
4.Fragen im Zusammenhang mit der Reproduktionsgesundheit,
5.Analyse der volkswirtschaftlichen Belastungen durch HIV/AIDS,
6.wirtschaftliche und soziale Belastungen durch Störungen der seelischen Gesundheit und stress-bedingte Erkrankungen in der EU,
7.wirtschaftliche und soziale Belastungen durch Verletzungen in der EU, einschließlich Selbstverletzungen und Gewalt, aufbauend auf der Arbeit der WHO. Im Jahre 2003 werden folgende Aktionen durchgeführt:
1.Nutzervernetzung,Wartung und Verbesserungen der bestehenden Informationsübertragungs- und Frühwarnsysteme;
2.Schaffung der Plattform für das Aktionsprogramm im Bereich der öffentlichen Gesundheit (Gesundheitsportal)für den Informationsaus-tausch und die Abstimmung der IT-Entwicklun- gen mit dem entsprechenden Projekt für die Produktion von Inhalten;
3.Verbesserung des Frühwarn- und Reaktionssys-tems
4.Start der Reihe europäischer Gesundheitsberichte und eines europäischen Gesundheitsbulletins

- e-Health
Ziel der Aktion ist es,die Entwicklung von e-Health in der EU zu fördern, wobei auf die Ergebnisse von Projekten zurückgegriffen wird, die im Rahmen von EU-Forschungsprogrammen finanziert und mit den Aktivitäten im Rahmen der Programme e Europe 2002,e Europe 2005 und e Europe+ koordiniert wurden. Die früheren Forschungsprojekte deckten die Entwicklung von Instrumenten der Informationstechnologie und Anwendungen für die Bereitstellung von Informationen an Patienten und Bürger sowie die Zusammenstellung gesundheitsrelevanter Daten ab. Die gegenwärtige Aktion wird in enger Zusammenarbeit mit Aktionen im Rahmen des e-Health-Kapitels des Programms e Europe 2005 durchgeführt. Insbesondere die Einführung der Gesundheitsinformationsnetze bezieht sich auf die Entwicklung des Gesundheitsinformations- und Wissenssystems des Aktionsprogramms im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Dabei wird es hauptsächlich darum gehen, die Tätigkeiten verschiedener Akteure im Bereich der Gesundheitstelematik auf europäischer Ebene zu koordinieren, und zwar in Verbindung mit der Arbeit der GD Informationsgesellschaft.

- Gesundheitsgefahren
Die meisten der in diesem Abschnitt genannten Maßnahmen zielen darauf ab, geltende oder demnächst geltende
Vorschriften über übertragbare Krankheiten, Blut, Gewebe und Organe durchzuführen. Vorschriften über das gemeinschaftliche Netz für die Überwachung übertragbarer Krankheiten sind bereits in Kraft.

- Überwachung
Das Ziel besteht darin, den Aufbau des gemeinschaftlichen Netzes für die epidemiologische Überwachung und die Kontrolle übertragbarer Krankheiten weiter voranzutreiben. Dies bedeutet die Fortsetzung und Verstärkung der bestehenden krankheits-spezifischen Überwachung sowie die Aufnahme der Überwachungstätigkeit und den Aufbau von Netzen für Krankheiten und noch nicht abgedeckte Gesundheitsfragen, gemäß den vom Netzausschuss festgelegten Prioritäten.
Vorrang erhalten folgende Maßnahmen:
1.laufende Überwachungsprojekte, die bereits auf europäischer Ebene als krankheitsspezifische Netze dienen; diese sollen weiter in das Gemein-schaftsnetz integriert werden;
2.je nach Bedarf Evaluierung, Verstärkung und Änderung dieser Netze, um ihre Qualität zu verbessern;
3.Erweiterung des Anwendungsbereichs (auf mehr Krankheiten/Krankheitserreger)und des geografischen Geltungsbereichs (auf Beitrittsländer) des Netzes sowie Verbesserung der Vergleichbarkeit der Daten;
4.Maßnahmen zur Verbesserung des Schutzes vor Pandemien (insbesondere Grippe);
5.Informationsaustausch über Impf- und Immuni-sierungsstrategien.

- Frühwarnung und Reaktion
Diese Aktion zielt darauf ab, Instrumente zur Verstärkung der Alarm- und Reaktionsmechanismen auf Gesundheitsgefahren zu entwickeln und zu verbessern. Dies gilt insbesondere für das Frühwarn- und Reaktionssystem des gemeinschaftlichen Netzes für die epidemiologische Überwachung und die Kontrolle übertragbarer Krankheiten. Außerdem soll die Netzarbeit und die Zusammenarbeit hinsichtlich des Austauschs von Warnmeldungen und Reaktionen durch die Einbeziehung anderer, auf nationaler, gemeinschaftlicher oder internationaler Ebene, einschließlich der Beitrittsländer, bestehender Schnell- und Frühwarnnetze verstärkt werden. Daher sind folgende Maßnahmen vorrangig:
1.Maßnahmen,welche die Verbesserung der europäischen Reaktionsfähigkeit durch gemeinsame Interventionsteams, abgestimmte Protokolle, Verfahren und Ausrüstung unterstützt, die bei Ausbrüchen übertragbarer Krankheiten oder in Katastrophenfällen genutzt werden;
2.die weitere Verbesserung des Informatiksystems für das Frühwarn-und Reaktionssystem und die Entwicklung von Verbindungen zu anderen geeigneten Schnellwarn-/Frühwarnsystemen auf nationaler,gemeinschaftlicher und internationaler Ebene.

- Tätigkeiten im Zusammenhang mit Gesundheitssicherheit und Katastrophenschutz
Diese Aktion zielt darauf ab, Methoden und Strategien zu entwickeln mit deren Hilfe die Mitgliedstaaten und die Beitrittsländer sowie die Gemeinschaft insgesamt auf mögliche Gefährdungen durch absichtliche Freisetzung biologischer oder chemischer Stoffe vorbereitet werden sollen. Zur Verbesserung des Katastrophenschutzes wird die Zusammenarbeit im Bereich der erforderlichen Ressourcen, medizinischer Hilfsgüter, logistischer Unterstützung und anderer Prozesse gefördert.

- Sicherheit von Blut,Geweben und Organen
1.Unterstützung von Austauschprogrammen/Vernetzung von Spezialisten und/oder Einrichtungen im Blutsektor mit besonderem Schwergewicht auf den Beitrittsländern,
2.Maßnahmen im Zusammenhang mit der Selbstversorgung der Gemeinschaft,
3.Ermittlung vorbildlicher Verfahren beim Blut- spenden und bei der Verwendung von Blut und Blutprodukten,
4.Schulungsprogramme im Blutsektor.
5.Ermittlung von Faktoren,die Qualität und Sicherheit beeinflussen,
6.Schulungsprogramme im Bereich der Gewebe und Zellen,
7.Ermittlung vorbildlicher Verfahren und von Verfahren zum Austausch von Informationen bei der Überwachung der Spende-Transplantations-prozesse.
8.Ermittlung von Faktoren,welche die Qualität und Sicherheit von Organen beeinflussen,die transplantiert werden;
9.Überwachung der Spende-und Transplantationsverfahren;
10.Entwicklung von Vernetzungsmöglichkeiten, um einen wirksamen Informationsaustausch zwischen den einzelnen Ländern sicherzustellen.

- Antibiotikaresistenz
1.Verstärkung und Koordinierung von Überwachungstätigkeiten,wobei so weit wie möglich einheitliche Methoden und Falldefinitionen vorgeschlagen werden;
2.Ausarbeitung von Grundsätzen und Leitlinien für vorbildliche Verfahren beim umsichtigen Einsatz antimikrobieller Mittel in der Humanmedizin zusammen mit den Mitgliedstaaten und den Beitrittsländern;
3.Unterstützung des Informationsaustauschs und Koordinierung von an die Bevölkerung und an
Krankenhäuser gerichteten Schulungs- und Interventionsprogrammen zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenz;

- Entwicklung von Handlungskompetenzen
Diese Aktion zielt darauf ab, die Ausbildung im Bereich der Gesundheitsgefahren durch Unterweisung, gemeinsame Methoden und Möglichkeiten zur praktischen Erfahrung in epidemiologischen Untersuchungen zu intensivieren und die Ausbildung im Bereich der Laborkapazität zu verstärken. Außerdem soll die Reaktionsfähigkeit auf nationaler und gemeinschaftlicher Ebene entwickelt werden, indem ein europäisches Netz von Epidemiologen einzelstaatlicher öffentlicher Gesundheitswesen unter Einbeziehung der Beitrittsländer aufgebaut wird..

- Gesundheitsfaktoren
Die Berücksichtigung der wichtigsten Gesundheitsfaktoren eröffnet große Möglichkeiten für Prävention und Gesundheitsförderung bei der Allgemeinbevölkerung. Die Gesundheitsfaktoren können unterteilt werden in: persönliches Verhalten und Lebensweise, Einflüsse innerhalb von Gemeinschaften, die Gesundheit erhalten oder schädigen ,Lebens -und Arbeitsbedingungen sowie Zugang zu Leistungen des Gesundheitswesens, allgemeine sozioökonomische, kulturelle und die Umwelt betreffende Bedingungen. Damit die Arbeit an den Gesundheitsfaktoren wirkungsvoll sein kann, bedarf es einer Reihe verschiedener Ansätze. Bei bestimmten Gesundheitsfaktoren hat sich ein umfeldbezogener Ansatz als besonders wirksam erwiesen.

- Tabak
Vorbeugende Bekämpfung des Tabakkonsums und Aufgabe des Rauchens. Anregung und Unterstützung von Aktionsnetzen, in die Spezialisten nationaler Stellen einbezogen sind und in denen Informationen über Maßnahmen zur Vorbeugung und Bekämpfung des Tabakkonsums gesammelt, zur Verfügung gestellt und ausgetauscht werden sollen:
1.Förderung von Strategien, die insbesondere die Aufgabe des Rauchens und die gesundheitliche Aufklärung (Informationen für Nichtraucher) zum Ziel haben;
2.Förderung von Strategien, die auf den Schutz der Bevölkerung vor den Gefahren des Passiv- Rauchens abzielen;
3.Förderung von Strategien, die darauf abzielen, dass das Rauchen nicht mehr als "normal "an- gesehen wird; dazu zählen Strategien und Maßnahmen zur Reduzierung der Verbreitung des Rauchens, wie zum Beispiel verstärkte gesundheitliche Aufklärung und Aufstellung von Programmen, die vom Konsum von Tabakprodukten abschrecken sollen;
Bewertung legislativer Maßnahmen zur Tabakbekämpfung sowie von Maßnahmen, die in anderen Politikbereichen auf die Tabakbekämpfung abzielen, und Verbreitung der im Bewertungsverfahren gewonnenen Erkenntnisse. Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen zur Vorbeugung bzw. Aufgabe des Rauchens zählt ein umfassendes Rechtsetzungsprogramm zur Gesamtstrategie der Kommission, mit der dem Rauchen als wichtigem Gesundheitsfaktor begegnet werden soll.

- Aufbau eines Netzes von Fachorganisationen
zwecks Unterstützung der Umsetzung der Empfehlung des Rates zum Alkoholkonsum von jungen Menschen und zwecks Beitrag zur Weiterentwicklung einer Gemeinschaftsstrategie zur Minderung der schädlichen Wirkungen des Alkohols. Aufnahme der Vorbereitungen für eine Konferenz über Alkohol, Gesundheit und Gesellschaft, die für 2005 vorgesehen ist.
Förderung der Einbeziehung junger Menschen in die Ausarbeitung von Maßnahmen zur Bekämpfung des Alkoholkonsums —einer Priorität der Empfehlung des Rats über Alkohol und junge Menschen

- Drogen
Hier soll ein ausgewogenes Konzept verfolgt werden,bei dem die Bedeutung der Primärprävention einerseits und die Strategien zur Risikosenkung andererseits berücksichtigt werden. Zu diesen Projekten gehören auch Netzarbeit nationaler Drogeninformations- und Präventionsstellen.
Die gesundheitliche Problematik des Missbrauchs, legaler Arzneimittel in Verbindung mit der Verschreibungspraxis ist ein facettenreiches und wichtiges Thema. In diesem Bereich werden Vorbereitungsarbeiten unternommen, die eine Bestandsaufnahme entsprechender vorliegender Studien umfassen.

- Seelische Gesundheit
Entwicklung von Strategien zur Umsetzung von Interventionen, die auf die Förderung der see lischen Gesundheit und die Prävention von Depression, Suizid und damit zusammenhängenden Störungen abzielen, in den entsprechenden Umfeldern aufbauend auf der Überprüfung der vorhandenen vorbildlichen Verfahren.

- Sexual- und Reproduktionsgesundheit
Berücksichtigung von Informationen, die im Rahmen des Gesundheitsberichterstattungs- systems bereitgestellt werden. Entwicklung von Strategien zur Gesundheitsförderung und von vorbildlichen Verfahren zum Umgang mit Schwangerschaften im Teenager-Alter, Familienplanung und Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten, wie z.B. HIV/AIDS, einschließlich der Prüfung von Konzepten in der Schule und bei spezifischen Zielgruppen bei gleichzeitiger Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern und unter uneingeschränkter Berücksichtigung kultureller Unterschiede.

- Umwelt
1.Aufbau eines Sachverständigennetzes für die Überprüfung und Analyse der wissenschaftlichen Erkenntnisse und zur Bereitstellung wissenschaftlicher Unterstützung für die Weiterentwicklung der Gesundheits-und Umweltpolitik sowie des Risikomanagements, insbesondere mit Blick auf Kinder und krankheitsanfällige Bevölkerungsgruppen. Dieses Netz wird von den Maßnahmen profitieren, die die im Rahmen des Systems zur Gesundheitsüberwachung eingesetzte Arbeitsgruppe

- Gesundheitsförderung in bestimmten Umfeldern und am Arbeitsplatz
1.Gesundheitsförderung in Schulen durch das "Europäische Netz gesundheitsfördernder Schulen " in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten, dem Europarat und der WHO.Besonderes Gewicht wird dabei auf die Erweiterung des Netzumfangs und auf die Entwicklung vorbildlicher Verfahren in konkreten Bereichen gelegt.

- Weiterbildung in Public Health
Förderung der Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen hinsichtlich Aus- bzw. Weiterbildungsinhalten und Unterstützung der Entwicklung gemeinsamer europäischer Weiterbildungsangebote wie die europäischen Master-Programme in Public Health und das Europäische Programm zur Ausbildung von Epidemiologen für die praktische Arbeit vor Ort (EPIET) aufgebaut wird.

- Verletzungen und Senkung des Verletzungsrisikos
Das Gesundheitsinformationssystem wird im Bereich der Unfälle und Verletzungen, einschließlich Selbstverletzungen und Gewalt, bessere Informationen darüber liefern, inwiefern diese mit speziellen Umfeldern, Umständen und Produkten zusammenhängen. Diese Informationen werden für Überlegungen zu geeigneten politischen Initiativen, der Beschreibung von Normen, der Verbreitung vorbildlicher Verfahren sowie zu Ausbildungsprogrammen im Bereich der Prävention herangezogen.

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